Empfehlungen zum Versenden von Liquorproben


Die Aussagekraft der Liquorzytologie hängt entscheidend von der Zeit ab, die zwischen Lumbalpunktion und Verarbeitung des Liquors vergeht. Die Liquorflüssigkeit selbst ist ein sehr ungünstiges Medium. Es kommt deshalb an den Zellen sehr rasch zu Schrumpfungen oder autolytischen Veränderungen. Daraus ergeben sich für die Einsendung folgende Vorschläge:

Die Liquorpunktion nach Möglichkeit telefonisch anmelden (089-4140 6142 oder 6123 oder intern Piepser 11-6142). Den Liquor sofort an unser Labor (Zytologisches Labor des Instituts für Pathologie) weiterleiten. Dieses sollte jedoch nur geschehen, wenn für den Transportweg nicht mehr als 1 Stunde benötigt wird.

Krankenhäuser die einen längeren Transportweg haben, haben die Möglichkeit zwischen zwei verschiedenen Verfahren zu wählen:

1) Wo das möglich ist, sollten Zytospinpräparate im eigenen klinischen Labor hergestellt werden mit anschließender Versendung der Präparate zu uns zur Herstellung der Färbungen bzw. immunzytochemischen Darstellung.

2) Alternativ wird der Liquor im Verhältnis 1:1 unmittelbar nach Entnahme mit frisch angesetztem Paraformaldehyd versetzt. Die Paraformaldehyd-Lösung muß 1 bis 2mal in der Woche frisch angesetzt werden. Sie ist 4%ig und hat ein pH von 7,4.

Rezeptur:

Phosphatpuffer nach Sörensen:
- Lösung A = 0,2mol NaH2PO4 x H2O = 27,6g/l
- Lösung B = 0,2mol Na2P04 = 28,4g/l

Durch Mischung von 230ml der Lösung A und 770ml der Lösung B + 1000ml Aqua dest. ergeben sich 2 l einer Phosphatpufferlösung mit dem pH 7,3-7,4.

Lösung A und Lösung B können als Stammlösung langfristig aufgehoben werden.

Bei der Auflösung von 4g Paraformaldehyd/100ml fertiger Phosphatpufferlösung (Lsg. A + Lsg. B) ist darauf zu achten, daß dies unter Erwärmung geschieht. Dies kann auf einem heizbaren Magnetrührer (70°C) geschehen. Die Lösung kann aber auch in der Mikrowelle hergestellt werden. Letzteres verkürzt erheblich die vollständige Auflösung des Paraformaldehyds.

Der so fixierte Liquor kann mit der Post im Röhrchen zu uns verschickt werden. Derartiger Liquor ergibt auch noch ausreichende Resultate bei immunzytochemischen Färbungen wie sie für den Nachweis von Tumorzellen, Ausschluß von Lymphomen oder Entdifferenzierung von Entzündungszellen notwendig sind.

Alle anderen Ihnen bekannten Verfahren sind zwar auch möglich, verringern jedoch die Aussagekraft der Zytologie.